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7 französische Rotweinsorten, die Sie kennen sollten

© Serge Chapuis, Pinot noir Trauben vom Burgunder Weingut Louis Latour

Die berühmten Bordeaux-Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot prägen die wichtigsten Weinregionen und Rotweine der Welt. Aber Frankreich kann auch mit unbekannteren, jedoch nicht minder faszinierenden Rotweinsorten aufwarten.

7 stilprägende rote Rebsorten aus Frankreich auf einen Blick

  1. Cabernet Sauvignon ist die meistangebaute Rebsorte der Welt. Sie liefert dunkle, gerbstoffreiche und lagerfähige Weine und steht besonders im Médoc für klassische Bordeaux-Größe.

  2. Merlot ist weicher und geschmeidiger als Cabernet Sauvignon. Mit Aromen von Brombeere, Cassis, Pflaume und Kirsche prägt sie viele Bordeaux-Cuvées und wird weltweit ausgebaut.

  3. Cabernet Franc ist eine oft unterschätzte Bordelaiser Schlüsselsorte. An der Loire bringt sie besonders elegante, frische und oft pfeffrige Rote hervor.

  4. Petit Verdot spielt im Bordelais meist eine Nebenrolle, verleiht Assemblagen aber Tiefe und Struktur.

  5. Tannat gehört zu den seltenen, sehr gerbstoffreichen Rebsorten Frankreichs. In Südamerika hat die Sorte ein neues Zuhause gefunden.

  6. Pinot Noir ist die große Rotwein-Referenz aus der Bourgogne. Die anspruchsvolle Rebe bringt einige der renommiertesten Weine der Welt hervor.

  7. Gamay ist der oft verkannte Cousin des Pinot Noir. Im Beaujolais findet er auf Granit ein ideales Terroir und erzeugt je nach Lage unerwartet hochwertige Weine.

Zwei Rebsorten auf jeder Karte

Cabernet Sauvignon ist die Sorte der langen Atemzüge. Er ist dunkel in der Farbe, reich an Gerbstoff, hat einen hohen Säureanteil und gemacht für das Barrique und den Keller, den man vergisst, weil man ihn besitzt. Im Médoc liegt seine Heimat, in Kalifornien und Australien liegen seine Nachahmer, und zu den meistangebauten roten Sorten der Welt zählt er ohnehin. Wer ihn jung trinkt, bekommt Tannin serviert wie einen Vortrag über Geduld.

Der Merlot verzeiht. Die Rebsorte ist weicher, hat einen geringeren Säuregehalt und weniger Gerbstoff, und riecht nach Brombeere, Cassis, Pflaume und Kirsche. Am rechten Ufer der Gironde, in Saint-Émilion und Pomerol, gibt die Sorte den Ton an. In Norditalien, Chile und den USA hat sich die Rebe ebenso gemütlich eingerichtet.

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© Deepix - Château Angélus, Premier Grand Cru Classé A in Saint-Emilion im Frühjahr 2020

Die Mutter, die keiner grüßt

Cabernet Franc ist Elternteil von Cabernet Sauvignon und Merlot, und der Dank dafür fällt aus wie am Sonntagabend nach dem Abwasch. Am rechten Ufer macht die Rebsorte oft ein Drittel der Cuvée aus. Ausone und Cheval Blanc, zwei Châteaux, denen man Bescheidenheit nicht nachsagen kann, setzen auf einen auffallend hohen Anteil davon. Das verleiht ihren Weinen Eleganz und Komplexität.

Seine eigentliche Heimat liegt weiter nördlich, an der Loire. Auf dem Ton und Kalk von Chinon wächst der Cabernet Franc zu tiefen, lagerfähigen Weinen heran, oft mit einem Veilchenton. In Bourgueil, Saint-Nicolas-de-Bourgueil und Saumur-Champigny zeigt er sich frischer: Himbeere, Brombeere, später Pfeffer und Lakritz. Dazu kommen feine Tannine und eine lebhafte Säurestruktur, die dem Rotwein einen herrlichen Trinkfluss verleiht. 

🍷Cabernet Franc vs. Cabernet Sauvignon

Der Kleine mit dem langen Schatten

Petit Verdot steht im Bordelais selten vorn. Er reift spät und wächst auf wenig Fläche. Und doch findet man ihn in kleinen Dosen in den legendären Bordeaux-Blends von Château Margaux, Latour oder Lafite-Rothschild. Er ist das Gewürz, nicht das Hauptgericht, und er gibt Tiefe und Struktur. Wer ihn einmal reinsortig probiert, trifft auf Pflaume, Schwarzkirsche, Veilchen und Salbei, kraftvoll, aber von einer wachen Säure am Einschlafen gehindert.

Tannat, der Dickschädel

Tannat hat eine dicke Schale und einen noch dickeren Kopf. Im südwestfranzösischen Madiran ist er die Hauptsorte: tiefschwarz, gerbstoffreich, und in der Jugend eine Zumutung.

Gibt man ihm Jahre im Barrique oder in der Flasche, ordnet sich das Tannin zu einer Struktur, die den besten Bordeaux in Sachen Lagerfähigkeit nicht nachsteht. Manche Winzer nutzen ihn als Rückgrat für gerbstoffärmere Sorten. In Uruguay ist er zum Flaggschiff geworden, so wie der Malbec, ebenfalls aus dem französischen Südwesten, in Argentinien.

Zwei Vettern und ein Dekret

Die Sorte Pinot Noir muss man kaum vorstellen. Die roten Burgunder der Côte de Nuits (Vosne-Romanée, Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny, Nuits-Saint-Georges…) gehören zu den begehrtesten Weinen der Welt. Die Rebe ist launisch im Anbau und wächst doch überall, von Oregon bis Neuseeland und im Rheingau, wo sie Spätburgunder heißt. Die Ranglisten führt dennoch das Burgund an.

Die Gamaytraube hatte weniger Glück. 1395 verbannte Herzog Philipp der Kühne ihn per Dekret aus dem Burgund. Das machte dem Pinot Noir den Weg frei und dem Gamay den Weg ins Beaujolais. Dort fand er Granit statt Kalk, und der Granit empfing ihn wie einen alten Bekannten. Später kam der Beaujolais Nouveau als Massenprodukt dazu und mit ihm ein Ruf, den die Rebsorte bis heute mühsam abstreift.

Die Winzer der Beaujolais Crus beweisen das Gegenteil. Moulin-à-Vent ist würzig, kräftig und lagerfähig, Fleurie blumig und filigran, mit seidigen Tanninen und anregender Säurestruktur. Mancher gute Gamay ist im Blindglas kaum von einem Burgunder zu unterscheiden.

FAQ: Häufig gestellte Frage zum Thema Rotwein

Was sind die wichtigsten Rotweinsorten weltweit?

Zu den weltweit am häufigsten angebauten und bekanntesten Rotweinsorten gehören:

  • Cabernet Sauvignon: Die globale Nummer 1, bekannt für Struktur, dunkle Beerenaromen und Lagerfähigkeit (prägend in Bordeaux, Napa Valley etc.).

  • Merlot: Weltweit sehr beliebt, geschmeidig, rund mit Aromen von Pflaume und Kirsche.

  • Pinot Noir (Spätburgunder): Die Königin der Eleganz – feingliedrig, säurebetont, mit roten Beeren und erdigen Noten (Burgund, Deutschland, Neuseeland, USA).

  • Syrah / Shiraz: Kräftig, würzig mit Noten von schwarzem Pfeffer und Brombeere (Rhône, Australien).

  • Tempranillo: Das Aushängeschild Spaniens (Rioja, Ribera del Duero), oft geprägt von Leder-, Tabak- und Vanillenoten durch Holzausbau.

  • Sangiovese: Die wichtigste Rebsorte Italiens (Toskana, Chianti), lebendig mit spürbarer Säure und Kirschnoten.

  • Garnacha (Grenache): Fruchtbetont, wärmend und alkoholreich, häufig Grundlage für Cuvées (z. B. Châteauneuf-du-Pape).

© Château Grand-Puy-Lacoste, reife Cabernet Sauvignon Trauben im Weinberg vom Weingut

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Welche Rotweinsorten passen zu welchem Essen?

Als Grundregel gilt: Die Intensität von Wein und Speise sollte sich die Waage halten:

Rindfleisch, Steak & Lamm

Kräftige, tanninreiche Weine wie Cabernet Sauvignon, Syrah oder Nebbiolo (die Tannine binden Fett und Eiweiß optimal).

Geflügel, Ente & Pilzgerichte

Leichtere, elegante Rote wie Pinot Noir oder gereifter Rioja.

Pasta, Pizza & Tomatengerichte

Säurebetonte Exemplare wie Sangiovese (Chianti) oder Barbera, da sie der säurehaltigen Tomatensauce standhalten.

BBQ & kräftig gewürztes Fleisch

Fruchtige, kraftvolle Rote wie Zinfandel / Primitivo, Malbec oder Shiraz.

Käse

Reifer Hartkäse (z. B. Parmesan, Pecorino): Brunello, Cabernet Sauvignon. Milder oder cremiger Käse: Eher leichtere Sorten wie Pinot Noir.

Welche Rotweinsorten sind typischerweise kräftig und tanninreich?

Cabernet Sauvignon, Nebbiolo, Tannat, Syrah und Malbec fordern den Gaumen mit Struktur, dichter Farbe und spürbaren Gerbstoffen:

Cabernet Sauvignon Kräftiges Tanningerüst, schwarze Johannisbeere (Cassis) und Zeder
Nebbiolo (Barolo, Barbaresco) Extrem hoher Tanningehalt bei heller Farbe, dazu feste Säure und komplexe Noten (Teer, Rose, Trüffel)
Tannat Eine der gerbstoffreichsten Sorten überhaupt (Madiran in Frankreich, Uruguay), sehr dunkel und intensiv
Syrah / Shiraz Tiefgründig, dunkelbeerig, pfeffrig mit markanten Tanninen
Malbec Tiefschwarz, dicht, mit Noten von Brombeere, Pflaume und geröstetem Holz

Welche Rotweinsorten eignen sich für Einsteiger?

Für Neulinge sind Weine ideal, die moderate Gerbstoffe (Tannine), eine harmonische Frucht und eine sanfte Säurestruktur besitzen:

Merlot Sehr zugänglich, weich am Gaumen mit saftiger Beerenfrucht.
Primitivo / Zinfandel Ausgeprägte Fruchtsüße (Dörrpflaume, Kirsche) und kaum herbe Gerbstoffe.
Spätburgunder (Pinot Noir) Leicht bis mittelschwer, elegant und selten adstringierend (trocknend im Mund).
Grenache / Garnacha Weich, rund und fruchtbetont mit wenig Bitternoten.

Worin unterscheiden sich Rotweinsorten geschmacklich?

Die wesentlichen sensorischen Unterschiede lassen sich über vier Faktoren definieren:

Tannine (Gerbstoffe): Reichen von fast nicht spürbar und samtig (Beaujolais Cru, Primitivo) bis hin zu mundzusammenziehend und adstringierend (Nebbiolo, Cabernet Sauvignon).

Körper & Dichte: Von leichtfüßig und transparent (Pinot Noir von der Loire) bis hin zu schwer, dicht und alkoholreich (Amarone, Shiraz, Malbec).

Säure: Helle Frische und Biss (Sangiovese, Barbera) versus milde, weiche Säurestruktur (Merlot, Primitivo).

Aromenprofil:

  • Rote Früchte (Erdbeere, Himbeere, Sauerkirsche): Eher kühleres Klima, leichtere Rebsorten.

  • Dunkle Früchte (Brombeere, Cassis, Heidelbeere): Reifere, kräftigere Weine.

  • Würze & Kräuter (Pfeffer, Eukalyptus, Tabak, Leder, Lakritz): Rebsorten wie Syrah, Cabernet oder Weine mit Reifung im Holzfass (Barrique).

Welche Rotweinsorten sind eher fruchtig und weich?

Die Sorten Primitivo, Merlot, Grenache (in Spanien Garnacha, Gamay oder mild ausgebauter Dornfelder entsprechen einem fruchtig-weichem Geschmacksprofil.

Fruchtig-weiche Rotweinprofile

Diese Sorten zeichnen sich durch wenig herbe Bitterstoffe und eine samtige Textur aus:

  • Primitivo (Italien) / Zinfandel (USA)

    Vollmundig  marmeladig  Noten von Waldbeeren, Zimt und Vanille

  • Merlot

    Samtig  milde Säure  Nuancen von Pflaumen und Schokolade

  • Garnacha / Grenache

    Reife rote Früchte  mild und warm

  • Gamay (Beaujolais)

    Sehr leicht  frisch  saftig  kaum Tannine (schmeckt oft nach Himbeeren und Kirschen)

  • Dornfelder (mild ausgebaut)

    Tiefdunkel  oft unkompliziert fruchtig  samtig

Sonnenuntergang im Weinberg in Saint-Emilon, am rechten Bordeaux-Ufer

Rotweine der Superlative

Vom Parker-Favoriten bis zum ultimativen Sammlerstück: Diese Rotweine der Superlative aus dem Bordelais, der Bourgogne, Italien, Spanien, den USA und Australien sollte jeder Weinliebhaber kennen. Folgen Sie uns auf eine Reise zu den weltweit besten Rotweinen!

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