Crêpes und Wein – die unterschätzte Liaison

Wer Crêpes ausschließlich als Cidre-Territorium betrachtet, verschenkt eine ganze Welt an Möglichkeiten. Die bretonische Spezialität ist offener für Wein, als die meisten vermuten.
Die wichtigsten Paarungen auf einen Blick
Crêpes sind deutlich vielseitiger als nur ein Begleiter für Cidre. Je nach Belag passen Weißwein, Rotwein, Rosé oder Schaumwein.
Süße Crêpes verlangen nach Weinen mit Frische und Balance (Rosé-Champagner, Moscato d’Asti, Portwein oder Banyuls).
Zur Crêpe complète mit Ei, Schinken und Käse eignen sich vor allem Chardonnay, Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Pinot Noir oder Gamay.
Für herzhafte Crêpes mit Pilzen, Lachs oder Ziegenkäse sind aromatisch-frische Weine besonders passend (Riesling, Sauvignon Blanc oder Champagner).
Wenn Roquefort im Spiel ist: Süße Weine wie Sauternes, Tawny Port oder Riesling Vendanges Tardives.
Welcher Wein zu herzhaften Crêpes?
Ei, Schinken, Käse: Das gallische Dreigestirn und seine Weinpartner
Die Crêpe complète – Ei, Schinken, Käse – ist französisches Grundnahrungsmittel in Teigform. Die Herausforderung beim Pairing liegt im Detail: Welcher Käse? Wie kräftig der Schinken? Wie durch das Ei? Diese drei Variablen verschieben die Balance erheblich.
Weißweine bieten die größte Spielwiese
Ein moderat oder gar nicht im Holz ausgebauter Chardonnay bringt reife Frucht und genügend Frische mit, um sowohl die Cremigkeit des Käses als auch die Würze des Schinkens aufzufangen. Chenin Blanc aus dem Loire-Tal – mit seiner präzisen Säure und fruchtigen Eleganz – setzt einen reizvollen Kontrast zur Reichhaltigkeit der Crêpe. Und Sauvignon Blanc? Der bringt mit seiner kräutrigen Aromatik und Lebendigkeit eine willkommene Leichtigkeit ins Spiel.Leichte Rotweine funktionieren ebenfalls
Ein schlanker Pinot Noir mit Rotfrucht-Aromen und feiner Struktur begleitet Schinken und Käse, ohne die Crêpe zu überrollen. Gamay – allen voran aus dem Beaujolais – ergänzt mit seiner unkomplizierten Fruchtigkeit die Schlichtheit des Gerichts auf sympathische Art.Und Roséweine?
Eine gute Idee! Ein trockener Rosé mit seiner Frische und seinen Rotfrucht-Noten vermittelt geschickt zwischen allen Komponenten der Crêpe.
Waldpilz-Crêpe: Hier darf der Wein Farbe bekennen
Champignons, Crème, Käse, Kräuter – die Crêpe forestière ist ein erdig-cremiges Gedicht. Dazu passt ein holzgereifter Chardonnay, ein aromatischer Viognier oder ein leichter, fruchtiger Pinot Noir aus dem Burgund oder Oregon. Auch ein Gamay aus dem Beaujolais ist ein verlässlicher Partner.
Wird die Crêpe mit Lardons oder kräftigem Käse aufgeladen, kann ein Côtes du Rhône mit seinen würzigen Noten und dunklen Fruchtaromen punkten. Und ein trockener Provence-Rosé bietet eine frische, ausbalancierte Alternative für wärmere Tage.
Lachs und Dill: Hier regiert der Weißwein
Crêpes mit Lachs, Dill und Crème fraîche verlangen nach Weinen, die dem Fettgehalt des Fisches Paroli bieten und die Frische des Krauts aufgreifen. Ein Sauvignon Blanc von der Loire mit kräutriger Aromatik und Lebendigkeit oder ein elsässischer Riesling mit seiner kühlen Fruchtigkeit sind erste Wahl.
Prickelnde Optionen: Brut Champagner oder Crémant
Beide Schaumweine bringen mit ihrer Perlage eine Textur mit, die den Lachs regelrecht umschmeichelt. Und wer es unkonventioneller mag, greift zum österreichischen Grüner Veltliner – seine dezente Würze und knackige Frische machen ihn zum idealen, oft übersehenen Begleiter.
Ziegenkäse und Spinat: Ein Fächer voller Möglichkeiten
Die Erdigkeit des Spinats trifft auf die cremig-säuerliche Textur des Ziegenkäses – das ergibt ein Pairing-Spielfeld mit mehreren Gewinnoptionen. Neuseeländischer Sauvignon Blanc oder trockener Chenin Blanc von der Loire bringen mit ihrer Frucht und Frische genau die richtige Spannung mit.
What grows together goes together
Wer regional bei der Loire bleiben möchte, liegt mit einem Sancerre oder Pouilly-Fumé goldrichtig – beide sind geradezu prädestiniert für Ziegenkäse. Und für die Rotweinfraktion: Ein leichter Pinot Noir mit Rotfrucht und zartem Gerbstoff ergänzt die Aromen der Crêpe, ohne sie zu dominieren.
Roquefort und Walnuss: Wenn Süße auf Salzigkeit trifft
Der Roquefort mit seinem durchdringenden Charakter verlangt nach einem mutigen Gegenüber. Und dieses Gegenüber ist – vielleicht kontraintuitiv – süß. Die Restsüße eines Sauternes, eines Tawny Port oder eines Riesling Vendanges Tardives kontrastiert die salzige Intensität des Käses auf geradezu spektakuläre Weise. Die cremige, fast buttrige Textur des Roqueforts und die Opulenz dieser Weine finden in einem geschmacklichen Gleichgewicht zueinander, das man einmal erlebt haben muss, um es zu glauben.
Welcher Wein zu süßen Crêpes?
Zucker-Crêpe: Schlicht, aber anspruchsvoll
Die puristische Crêpe au sucre braucht Weine, die ihre Zartheit respektieren, statt sie zu erschlagen. Brut-Champagner oder Prosecco bringen eine prickelnde Frische, die der Süße charmant widerspricht. Leichte, fruchtige Weißweine wie ein trockener Riesling oder ein Moscato d'Asti sind unkomplizierte Begleiter. Kommen frische Früchte auf die Crêpe, lohnt der Griff zu einem edelsüßen Gewächs.
Schokoladen-Crêpe: Große Bühne für große Weine
Schokolade und Wein – keine Kombination für Zaghafte. Zu Vollmilch- und Zartbitterschokolade passen Portwein und Banyuls mit ihrer natürlichen Süße und Dichte. Wer es ein Faible für dunkle Schokolade hat, braucht einen Wein mit Rückgrat: Ein Amarone della Valpolicella Classico bringt die nötige Kraft und Komplexität mit, ohne vor der Bitterkeit einzuknicken.

Rote Früchte: Frische als oberstes Gebot
Frisch, fruchtig, unkompliziert – so sollte der Wein zur Beeren-Crêpe sein. Ein beerenfruchtiger Rosé-Champagner mit seiner Spritzigkeit ist eine naheliegende und doch brillante Wahl. Gewürztraminer funktioniert mit seiner exotischen Aromatik erstaunlich gut, ebenso ein trockener, fruchtiger Miraval Rosé aus der Provence.
Crêpe Suzette: Eleganz, die aufflammt
Die flambierte Orangencrêpe verlangt nach Finesse. Edelsüße Weine wie Coteaux du Layon oder Sauternes ergänzen die delikaten Zitrusnoten und den Karamellschmelz auf das Eleganteste. Halbtrockener oder milder Champagner sowie Moscato d'Asti bringen eine Leichtigkeit mit, die diesem Dessert-Klassiker schmeichelt, statt ihn zu überfordern.
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