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Château Léoville Barton 1999
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88
/100
Robert Parker Wine Advocate
Robert M. Parker, Jr.
Trockene Tannine und eine verschlossene, strenge, muskulöse, düstere Persönlichkeit prägen den 1999er Léoville Barton. Dennoch steckt er voller Struktur, Fülle und Tiefe. Geben Sie ihm 5–6 Jahre im Keller und hoffen Sie, dass die Tannine ausreichend abschmelzen, damit die Frucht in den Vordergrund tritt. Er dürfte zwei Jahrzehnte überdauern – doch wird er jemals wirklich ausgewogen sein?
91
/100
Wine Spectator
Ein kraftvolles Bouquet mit Noten von süßem Tabak und Sultaninen, das in einen vollmundigen Gaumen übergeht, geprägt von ultrafeinen Tanninen und einem sehr, sehr langen Abgang sowie einer wunderschönen Textur. Dieser Wein braucht mehr Zeit. Noch straff und strukturiert. -- Blindverkostungs-Retrospektive Bordeaux '89/'99 (2009). Am besten nach 2011. 19.165 Kisten produziert.
89
/100
Jeff Leve
Leve Jeff
Mittlerer Körper; in der Nase passiert mehr als am Gaumen, mit tabakigen Anklängen, Waldboden und einer leicht kräutrigen Note. Am Gaumen wirkt er hell und straff, recht frisch, mit viel roten Beerenfrüchten. Jetzt trinkreif. Längeres Lagern wird die Entwicklung voraussichtlich nicht verbessern.
18
/20
Weinwisser
Sehr dunkles Granat mit Purpur-Schimmer. Mineralisches Bouquet, gebrauchte Putzfäden, Terpentin, Eukalyptus, darunter aber auch Trüffelnoten, Dörrpflaumen. Im Gaumen füllig, dicht, fleischig, noch sehr viel Adstringenz, in der Aromatik wie ein Heitz Trailside endend, im Finale Malaga-Noten, Malz. Ein spezieller, schwer einzuordnender Wein mit unbändiger Aromatik, vom Grundgeschmack her nicht Bordeaux-typisch.
17
/20
René Gabriel
00: Fassprobe (17/20): Nobles Kirschen- und Waldbeerenbouquet, Zederntouch, Palisander und Veilchen. Im Gaumen viel Cassis, bleibt aber trotzdem insgesamt auf der rotbeerigen Seite, feinsandiger Fluss, der aussen cremige Konturen zeigt. Ein femininer Barton mit Eleganz und Grazie, welcher in der Genussreife noch zulegen kann. Kurz vor der Füllung: Das Bouquet wirkt erst schlank, wird dann aber zunehmend breiter und zeigt viel Facetten zwischen nelkenhaften Würztönen, Edelhölzern, Tabak und Cassis. Im Gaumen wieder eine intensive Frucht, die sich mit feinen, geschliffenen Tanninen paart, königliches Finale. Schlichtweg ein sehr eleganter Klassewein (18/20). 03: Extrem dichte Farbe; Purpur mit fast schwarzen Reflexen. Königliches, nobles Bouquet, eine herrliche Fruchtsüsse darin, Cassis, Edelhölzer, perfekt vinifiziert. Im Gaumen viel Rückhalt, gesunde Tannine, fast eine gewisse Sangiovese-Affinität (wie bei gewissen Cos…) vermischt mit einem Napa-Cabernet-Touch, fleischig, markant, grossartig. Gehört zu den allerbesten Médoc-Weinen und zeigt die Genialität dieses Château in den letzten zehn Jahren! Im Herbst 04 präsentierte ich diesen Wein in einer Dreierserie an einem Diner auf dem Uto-Kulm in Zürich. Der süffig-leichte Batailley 99 hatte keine Chance gegen diesen genialen Barton, und logischerweise auch nicht gegen den 99er Pape-Clément, der links daneben stand. Der Barton 1999 zeigt eine sehr tiefe Farbe. Und noch viel tiefer ist das Bouquet, nebst Zedern, zeigt der Wein auch viel Trüffel und schwarze Beeren. Fleischiger, aber feiner Gaumen, die Grösse zeigt dieser elegante Wein in seiner dramatischen Aromatik, die bis zum Schluss anhält. Wenn ich die Händler- und Auktionslisten anschaue, so dürfte das momentan einer der allerbesten Werte von den grossen, noch käuflichen St. Juliens sein (18/20). 05: Im Herbst bei eine Académie du Vin Reise wurde uns dieser Wein auf dem Château serviert. Ein Wahnsinnspaket an Aromenpower und Finessen gleichzeitig. Soll noch jemand behaupten 1999 sei ein eher kleiner Jahrgang! 18/20. 06: Ein Schöppli, geteilt mit Peter Reimer im Caveau. Wir prosteten zu, sprachen etwas und als wir nachschenken wollten, war das kleine Fläschlein leider schon leer. Ein paar Wochen später eine wesentlich grössere Flasche, wieder im Caveau, diesmal im oberen Stock, aus der Impériale: Ich als Referent dort, kam mir aber (weil ich mit dem Zug in Zürich war…) eher als Teilnehmer vor. Der Wein schmeckte so gut, dass ich immer wieder etwas nachschenkte. Und als die Gäste den Rieussec schlürften, gönnte ich mir nochmals ein «Bettmümpfeli» Barton. Im Zug weckte mich dann der Kondukteur. Er wollte partout nicht wissen, was ich getrunken hatte, sondern lediglich die Fahrkarte sehen. So unerfreulich das war, bescherte er mir einen «Upgrade». Ich dürfe mich in die erste Klasse setzen. So langsam dämmerte es bei mir. Denn ich löste zwar erste Klasse, setzte mich aber unbeschwert (und wohl auch etwas beschwipst) in den allerersten Wagon des Zuges. So wie im Weinleben, denn: Barton ist offiziell ja auch ein Deuxième, für mich aber ein Premier. 07: Sehr dunkles Granat mit Purpur-Schimmer. Mineralisches Bouquet, riecht leicht nach gebrauchten Putzfäden, Terpentin, Eucalyptus, darunter aber auch Trüffelnoten, Dörrpflaumen. Im Gaumen füllig, dicht, fleischig, noch sehr viel Adstringenz, endet in der Aromatik wie ein Heitz Trailside, im Finale Malaganoten, Malz. Ein spezieller, schwer einzuordnender Wein, der eine unbändige Aromatik in sich trägt die sich aber vom Grundgeschmack nicht als Bordeaux einordnen lässt. War das eine schwierige Flasche? 09: Reifes und doch noch recht fruchtiges Bouquet, erstaunlich viel blaubeerige Noten. Im Gaumen noch leicht mehlig, schön fleischig, guter Rückhalt, ein gelungener 99er mit schöner Reife und noch Rückhalt. (17/20). 13: Dichtes Purpur mit noch jugendlich roten Reflexen. Rote Pflaumen, Preiselbeeren, dominikanischer Tabak, zeigt noch eine schöne Fruchtsüsse, aromatisch. Im Gaumen wiederum viel Frucht, die gut stützende Säure, wirkt konserviert im Untergrund. Ein gastronomischer Genuss und in all den Jahren wunderschön gereift. Beweist die generelle Schönheit dieses unterschätzten Jahrganges. (17/20). 14: Aufhellendes, reifendes Weinrot. Nussiges Bouquet, Kaffeeröstnoten, wunderschöne Zedernwürze, dezent trocken im Ansatz. Einfach toll diese Nase! Im Gaumen saftig, eine schöne mittlere Konzentration zeigend, ist jetzt wunderbar gereift und bereitet einen grossen, reuelosen Spass. Flasche auf und los!
17
/20
André Kunz
Pfefferiges, mittelkräftiges Bouquet, Cassis, Mocca, Holz. Leichter, rustikaler Gaumen mit feinsandigem Tannin, mittlerer Aromatik, muskulöser Struktur, herber Abgang. 17/20 trinken - 2028
92
/100
Jane Anson
Jane Anson
Rauchige Erde, Tabak, austrocknende Tannine, würzige schwarze Früchte – ein Claret mit klassischer Balance, zurückhaltend und saftig, mit mühelosem Grip. Voll in seinem Trinkfenster, ohne dass man sich beeilen muss; sehr wahrscheinlich ein Jahrgang, der mit seiner hartnäckigen Fähigkeit überrascht, über Jahrzehnte genau auf diesem trinkigen, geselligen Niveau zu bleiben. 50% neue Eiche.
94
/100
The Wine Independent
Lisa Perrotti-Brown
Der Leoville Barton 1999 zeigt eine tief ziegelrote Farbe. Er präsentiert sich mit einem wunderschönen Duft nach Kirschlikör, getrockneten Rosen, Eisenerz und duftiger Erde, gefolgt von Anklängen an Zigarrenkiste, Zimtstange und Graphit. Am Gaumen, eher leicht im Körper, beeindruckt er mit einer bemerkenswerten Fülle reifer dunkler Früchte und würziger Akzente, getragen von festen, körnigen Tanninen und nahtloser Frische, und endet in einem langen, mineralischen Finale.
94
/100
Vertdevin
In der Nase elegant und aromatisch, mit Delikatesse und zugleich Kraft (jedoch sehr gut geführt). Es zeigen sich Noten von reifer wilder Brombeere, sehr reifer Erdbeere und, dezenter, florale Anklänge, verbunden mit Nuancen sehr reifer kleiner Beeren sowie sehr diskreten Spitzen von Kubebenpfeffer, Muskatnuss und süßen Gewürzen, dazu ein subtiler Hauch von Unterholz und eine kaum wahrnehmbare Note von Lakritz. Am Gaumen fruchtig, saftig, elegant und präzise, mit schöner Definition, einer mineralisch-säuerlichen Struktur, Frische, Komplexität sowie ansprechender reifer/saftiger Frucht. Am Gaumen zeigt der Wein Noten von sehr reifer Schwarzer Johannisbeere und sehr reifer Himbeere, dazu dezent sehr reife kleine Beeren, verbunden mit einem feinen Hauch sehr reifer Heidelbeere, Tabak und Unterholz sowie einer sehr diskreten Note von Zedernholz und getrockneter Mandel und einem kaum wahrnehmbaren Hauch von Kaffee im Hintergrund. Die Tannine sind elegant und sehr fein fest. Der Abgang ist ganz leicht straff. Schöner, weicher und animierender Ausklang. Gute Länge und schöne Persistenz.
89
/100
Jean-Marc Quarin
Jean-Marc Quarin
Logo auf dem Korken: LBG Bei den 7 in der Historie aufgeführten Verkostungen sind die Bewertungen dieses Weins seit 2004 sehr konstant. Dunkle Farbe, mittlere Intensität und leicht gereift. In der Nase mäßig aromatisch, fruchtig und recht schlicht. Am Gaumen fruchtig und schmackhaft, in der Mitte etwas herb, bevor er mit einem aromatischeren Finale endet. Normale Länge.
