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Château La Mission Haut-Brion 1996
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90
/100
Robert Parker Wine Advocate
Robert M. Parker, Jr.
Voll ausgereift, mit einem großen, duftigen Bouquet von feuchter Erde, wildem Unterholz, Asphalt, asiatischer Sojasauce sowie reifen Pflaumen und Kirschen, scheint dieser mittelkräftige 1996er sich rasch weiterzuentwickeln. Er zeigt reichlich köstliche Frucht, weiche Tannine und genügend Säure, um ihm Kontur zu verleihen. Ich war überrascht, wie zugänglich und reif dieser Wein geworden ist. Erwartete Trinkreife: jetzt–2020.
90
/100
Wine Spectator
In der Nase Lakritz, Brombeere, mineralische Noten und Zeder. Vollmundig, mit bissiger Textur, viel Tannin, aber im Abgang etwas kurz und trocken. Trinkreif. – Bordeaux-Retrospektive '95/'96. Jetzt trinken.
95
/100
Decanter
Viele 1996er sind im Moment noch recht verschlossen, da es ein Jahrgang mit ziemlich kräftigen Tanninen war – dieser hier ist jedoch, nach gutem Dekantieren, perfekt zum Trinken. Er ist voller großzügiger, wellenförmiger Beerenfrucht, mit sanften Anklängen von Zigarrenkiste und Torf; eher ruhig als überschwänglich, mit einem mentholischen Ausklang. Passte in den ersten Monaten des Jahres hervorragend zu einem hausgemachten Shepherd’s pie und stimmt sehr optimistisch, wie sich die 1996er der Left Bank in den nächsten Jahren entwickeln werden.
18
/20
Jancis Robinson
Jancis Robinson
61 % Merlot, 39 % Cabernet Sauvignon. Wirkt deutlich weiter entwickelt als Bahans 1996. Tolle Spannung und Reife. Etwas Austernschale – in jedem Fall etwas Kantiges und Maritimes in der Nase. Am Gaumen voll entwickelt. Wunderschöne, geschmeidige Textur. Jetzt einfach großartig: die Frucht ist vollkommen offen und die Tannine ziehen sich zurück. Ein mineralischer Zug. Nicht besonders lang oder kraftvoll, aber auf dem Höhepunkt. So klar und belebend. (JR)
93
/100
Vinous
Neal Martin
Der La Mission Haut-Brion 1996 ist gegenüber dem vorherigen Jahrgang eine Steigerung, bleibt jedoch noch ein paar Schritte hinter dem Höhepunkt des Jahrzehnts zurück, der zwei Jahre später erreicht wurde. Das ist Pessac 1996 wie aus dem Bilderbuch, mit Aromen von warmem Kies und verbrannter Erde in der Nase – für die einen klassisch, für andere mit Vorliebe für hedonistischere Weine eher etwas spröde. Ein strukturierter 1996er, trockener und strenger als der 1998er, aber mit gutem Grip und klarer Kontur, wenn auch mit einem Hauch von Blattgrün im Abgang. Im Laufe der Jahre ist mir eine gewisse Flaschenvariation aufgefallen; dieses Exemplar liegt zwischen dem besten und dem schwächsten. Insgesamt hatte ich angesichts des Jahrgangs mehr erwartet. Zwei Stunden karaffieren. Verkostet bei der Vinous-1996-Horizontalverkostung bei Berry Brothers & Rudd.
92
/100
Jeff Leve
Leve Jeff
Brennendes Holz, geräucherte Kräuter, blättriger Tabak und prägnante rote Johannisbeeren mit pfeffriger Note prägen das Bouquet. Am Gaumen ist der Wein frisch und straff und tendiert zu einer gewissen Strenge: ein im old-school-Stil gehaltener Wein, den manche Verkoster mehr schätzen werden als ich. Trinkreife: 2023–2045.
17
/20
Weinwisser
Erschreckend helle Farbe. Bereits öffnendes, nach Kompott und überreifen Beeren duftendes Bouquet, recht süss in der Nase, dezente Hirschledernote. Im Gaumen mittelgewichtig bis schlank, wiederum eine schöne Extraktsüsse, noch sanft aufrauhend, Eleganz zeigend. Wäre in einem so grossen Jahr nicht mehr dringelegen? Der Preisaufschlag gegenüber dem 95er rechtfertigt sich keinesfalls.
18
/20
René Gabriel
Jean Bernard Delmas sagte mir vor dem Einschenken der Fassprobe: <div style="font-style:italic;color:#990033">Der Ertrag lag bedeutend niedriger als beim Jahrgang 1995. Wir werden also etwa 25 % weniger La Mission auf den Markt bringen. Der Wein hat nicht jene Wärme des vorangegangenen Jahres, deshalb erscheinen die Gerbstoffe im Moment etwas hart. Ich glaube aber, dass wir den feinsten Mission produziert haben, seit das Château im Besitz der Dillons ist (18/20).</div> Erdiges, kräuteriges Bouquet, Kirschentöne, wirkt fast etwas mineralisch, tiefgründig, aber in der Nase eher schlank. Fester Gaumen, sandige Textur, viel essenzartiges Extrakt bei mittlerer Konzentration, wirkt bourgeois, fast etwas nach altem Schnittmuster gestrickt, ein von Cabernet getragener Klassiker. Leider waren die Fassproben alle vielversprechender als die endgefüllten Flaschen (?!). Bei der Arrivage erschrak ich richtiggehend, als ich den 96er La Mission im Herbst auf dem Château nachdegustierte: Stark aufhellende Farbe, nur mittlere Tiefe. Süsser, pflaumiger Duft, kompottartige Töne darin, dahinter eine Tabakwürze. Im Gaumen eine leicht dominierende, fast trocknende Säure, wirkt dadurch eher herb. Ist müde, zeigt aber doch deutliche Konzentrationsmängel. Ich bin von dieser Probe derart enttäuscht, dass ich ihn einen Punkt zurücknehme und mich allen Ernstes frage, ob es nicht eine Frechheit war (Nachfrage hin oder her), für einen so mageren Mission so viel Geld zu verlangen? 00: Blindverkostungsnotiz: Erschreckend helle Farbe. Bereits öffnendes, nach Kompott und überreifen Beeren duftendes Bouquet, zeigt sich recht süss in der Nase, dezente Hirschledernote. Im Gaumen mittelgewichtig bis schlank, wiederum eine schöne Extraktsüsse, noch sanft aufrauhend, zeigt Eleganz. Wäre in diesem grossen Jahr nicht mehr herauszuholen? Der Preisaufschlag gegenüber dem 95er rechtfertigt sich bei weitem nicht (17/20). 04: Recht helles Granat, deutliche, erste Reifeschimmer. Intensives, wildes Cabernetbouquet, viel Kräutertöne, Jod, Irish-Moos, Spuren von grünem Cabernet und frischen Nussschalen, legt permanent zu an der Luft. Fleischige, muskulöse Struktur, festes Extrakt, noch adstringierend, grossartige Länge. Ein nicht zu unterschätzender wein, der noch gut 10 Jahre von seiner effektiven Genussreife entfernt ist. Legte aber seit der Primeurprobe zu. 06: Immer noch viel zu jung aber jetzt auf sicherem 18/20-Kurs. wirkt viel tiefgründiger als früher und zeigt den klassischen Tabak- und Baumnussschalenton. Zweit Stunden Dekantieren. (18/20). 11: Mitteldunkles Granat, erster oranger Schimmer am Rand. Apothekenduft, ätherisch, Baumnussschalen, rote Pflaumen, mittelsüss, noch etwas verschlossen. Erster Feinheiten im Gaumen, runde Tannine, mittlere Fülle, tendiert auf Grösse und Eleganz, wobei die Tiefe – für dieses Terroir – etwas grundiger sein dürfte.
18
/20
André Kunz
Würziges, frisches, kräftiges Bouquet, Pflaumen, Tabak, Edelhölzer, Mocca, schwarzer Pfeffer. Samtener, dichter, süsser, kräftiger Gaumen mit fein cremiger Struktur, gutem Tannin, kräftiger, würziger Aromatik, langer, voller Abgang. 18/20 trinken - 2032
15
/20
Bettane+Desseauve
Nervös und delikat, aber es fehlt an Schwung und Spannung – für einen Wein von diesem Ruf, dieser Terroir-Klasse und diesem Preis. Ab 1998 haben die Eigentümer das Ruder herumgerissen.
87
/100
Jean-Marc Quarin
Jean-Marc Quarin
Logo auf dem Korken: ein umgedrehtes T (Trescases) Schlechte Flasche Dunkle Farbe, mittlere Intensität, gereift. In der Nase intensiv mit reifer Frucht, dann rauchig, animalisch, Leder und Teer. Am Gaumen anfangs schmeichelnd, in der Mitte fruchtig, entwickelt sich jedoch schnell zu Tanninen, die für das Weingut etwas zu herb sind. Mittlere Länge.



