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Château Lafite-Rothschild 1999
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95
/100
Robert Parker Wine Advocate
Robert M. Parker, Jr.
Der Lafite Rothschild 1999 trägt die Gravur „1999“ auf der Flasche sowie eine Sonnenfinsternis, um dieses bedeutende historische Ereignis vom August 1999 zu würdigen. Er ist ein Paradebeispiel für Lafite Rothschild. Dieser erstaunliche Wein ist zugleich elegant und intensiv im Geschmack und wirkt in seinen sich entfaltenden Schichten beinahe diaphan – ohne jede Schwere. Seine undurchdringliche rubin-/purpurfarbene Robe wird von einem komplexen Bouquet aus Bleistiftmine, Graphit, Zedernholz, Crème de Cassis, Toastnoten und Vanille begleitet. Mittelgewichtig, mit opulenten Schichten an Fülle und dennoch erstaunlich leicht, endet er in einem Finale voller Süße, Reife und Harmonie. Dieser außergewöhnliche Lafite erscheint zunehmend wie ein moderner Klon des majestätischen 1953ers. Nur ein Drittel der Ernte fand Eingang in den grand vin! Erwartete Trinkreife: 2007–2030.
94
/100
Wine Spectator
Herrliche Noten von dunkler Schokolade, mit Anklängen von Himbeere und Johannisbeere. Vollmundig, mit weichen, seidigen Tanninen und langem Abgang. Noch sehr verschlossen. Braucht Zeit. Sehr vielschichtig und zurückhaltend. -- Bordeaux-Vertikale '89/'99 blind (2009). Am besten nach 2012. 22.500 Kisten produziert.
94
/100
Decanter
In diesem Stadium zeigen sich in der Nase süßliche Frucht und Gewürznoten, und die Textur wirkt zunächst seidig, geschmeidig und weich, bevor sich im Abgang ein fester, griffiger Tanninbiss durchsetzt. Er macht jetzt bereits viel Freude und dürfte sich mittelfristig gut halten. Ein reizvoller Wein aus einem eher wenig verheißungsvollen Jahr. Zu Beginn war das Wetter feucht und bewölkt, ab Mitte August dann sehr heiß; Ende des Monats setzte Regen ein, was den Lesetermin nach hinten verschob. 40 % der Trauben gingen in den grand vin, eine Cuvée aus 74 % Cabernet Sauvignon, 18,5 % Merlot, 6 % Cabernet Franc und 1,5 % Petit Verdot – einer der wenigen Jahrgänge, in denen vier Rebsorten enthalten sind.
18
/20
Jancis Robinson
Jancis Robinson
„Ein schöner Jahrgang zum Ende des Jahrtausends, während der Lese kaum gestört von ein paar Regentropfen. Der vorausgegangene Winter war mild, wie in den meisten Jahren des Jahrzehnts, gefolgt von einem herrlichen Frühling und einer frühen Blüte. Im Juli und bis Mitte August gab es feuchte Tage mit wenig Sonnenschein, doch glücklicherweise setzte ab dem 15. August und bis zur regnerischen Lese eine Hitzewelle ein. Schon damals sprach man von globaler Erwärmung, denn die durchschnittlichen Termine für Blüte und Lese lagen in den 1990er-Jahren rund zehn Tage früher als in den 1970er-Jahren.“ Ungewöhnlicherweise vereinte dieser oft übersehene Jahrgang (generell in Bordeaux) alle vier in Lafite gepflanzten Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot. Eric Kohler sagte uns, dass dies nur auf vier der 24 Jahrgänge zutrifft, an denen er beteiligt war. Mittleres Karminrot/Granat. Was für ein Duft, was für ein Lafite-Aroma! Keine offensichtliche Süße, dafür echter Schwung und viel Delikatesse. Am Gaumen rassiger Lafite-Charakter; das tanzt. Große Klasse, mit etwas samtiger Textur und knochentrockener Finale. Sehr klar und rein. Das Finale hallt lange nach – dank des Altweibersommers, wie man uns sagte. Offenbar wurde dieser Wein für die Verkostung zum 150-jährigen Jubiläum ausgewählt, weil er sich seit 2016 wirklich zu öffnen begonnen hat. (JR)
92
/100
Vinous
Stephen Tanzer
Leuchtendes, tiefes Rubinrot. Reife, intensive Aromen von Johannisbeeren, Blumen, Kokosnuss und Minze. Straff und dicht, mit hervorragender Struktur und Präzision; lebhafte Noten von Bitterkirsche, Beerenschale und Mineralität. Ein mittelkräftiger Wein mit leicht herber Kante, der heute am besten ist, mit langem, sich langsam aufbauendem Abgang. Im Nachhall zeigt sich eine spannende Note von verblasster Rose.
93
/100
Jeff Leve
Leve Jeff
Noch recht jung, aber bereits heute gut zu trinken, wenn Sie einen Wein mögen, der sich noch in der Mitte seiner Primärphase befindet und gerade beginnt, in die Sekundäraromen überzugehen. Der elegante Wein mit mittlerem Körper zeigt sich im hellen, frischen, knackigen Stil, geprägt von roten Beeren. Zu finden sind Noten von Waldlaub, Tabak, Zedernholz, Cassis, Kirsche und Gewürzen. Weiche Textur, mit einem frischen, würzigen Finale auf roten Früchten, Tabak und Kräutern.
18
/20
Weinwisser
Magnum. Sehr dunkle Farbe. Bakelitnoten, Trüffel, erstaunlich tiefgründig, Mokkatouch, grünwürzige Cabernet-Spuren und auch mit viel schwarzen Pfeffernoten unterlegt. Kräftige Statur mit noch verlangender, leicht körniger Adstringenz, wirkt irgendwie unlogisch konzentriert für diesen Jahrgang. Eine geniale, extrem junge Magnum. Von diesem Lafite-Jahrgang gab es immer wieder zwiespältige Eindrücke. Das war einer der besten bisher.
18
/20
René Gabriel
00: Sattes, dichtes Purpur mit lila und violetten Reflexen. Intensives Cabernet-Bouquet, noch zurückhaltend, aber nobel in seiner weit gefächerten Aromatik, feiner Kaffeehauch. Fester Gaumen, stoffige, intensive Adstringenz, eingeprägtes, mit Lakritze und Black Currant versehenes Extrakt, dezente Kandisnote, für einen 99er zeigt dieser Wein eine erstaunliche Konzentration, die ihm aber im Moment nicht ganz so viele Finessen einbringt, welche ein Lafite eigentlich haben sollte. 02: Mehr als Spass hatte Hardy diesen jungen Wein in eine Serie mit alten Lafite's (1928, 1929, 1949 aus Magnumflaschen) eingebaut: Sehr fruchtiges, mit Kaffee und gebackenem Toast durchzogenes Bouquet. Malzige Süsse, weiches Extrakt, Kakaobohnen und Cassis im Finale. Ein sehr femininer, wohl balancierter Premier, der schon bald viel Freude machen wird. In dieser Fruchtphase: 18/20 Punkte. Notiz aus dem Jahr 2003: Mittleres Granat, mit deutlichem, aber ganz feinen Wasserrand. Die Nase zeigt sich schweissig, Glutamat, Hühnerbouillonpaste, gekochte Pflaumen, mit Süssholznoten unterlegt, sanft dominierender, aber doch verführerischer Röstton, Sandelholz, gebrannte Mandeln und eine Tempranillo-ähnliche Süsse darin, dies alles neben einer schleichenden Unsauberkeit. Im Gaumen saftig, samtig, wieder diese leicht ausbrechenden Wildbretnoten (faisandiert oder Wildhase?), mehr Extraktkonzentration als Gaumenadstringenz, extrem nachhaltiges, beherrschendes Tannin, das eine sehr lange Lebensdauer zeigt, endet wieder mit diesem Ribera- oder Rioja-, Süssholzton, extrem lang und braucht mindestens zehn Jahre zur ersten Reife. Auch hier darf nicht verschwiegen werden, dass mehrere Flaschen geöffnet wurden und gewisse Degustatoren bei allen zu Recht unsaubere Noten festgestellt haben. Somit bleibt natürlich der Geschmack dann auch in der richtigen Genussphase weiterhin fragwürdig! Bei einer weiteren Arrivage-Probe im Staatskeller Zürich waren ebenfalls alle vier geöffneten Flaschen irgendwie leicht zapfig (???). An einer Blindprobe im Frühling 2003 auf Château Reignac wurden zwei Flaschen geöffnet: Beide fürchterlich unsauber. Verkaufen oder verschenken, sind wohl die heissesten Tips für diesen Wein. Es gibt zwar immer wieder gute 18/20 Punktflaschen, aber ich pokere lieber im Casino. Da sind die Chancen halbwegs intakt. Und wieder absolut miese Flaschen (es wurden deren drei in Berlin geöffnet) an der Blindprobe von Chile (Chadwick) gegen die Bordeaux-Premiers. 03: Im Herbst haben wir diesen Wein in Österreich an vier verschiedenen Buchpremieren in Wien, Linz, Salzburg und Graz. Mehr als 2/3 der Flaschen präsentierten sich unsauber. Da ich den Wein selbst ausschenkte ‹‹durfte›› ich mehrere Dutzend Male zum latenten Problem Stellung nehmen. 04: Dann wieder zwei tolle Flaschen an der Mondavi-gegen-die-Bordeaux-Premiers-Probe in Zürich. Somit hatte ich in den letzten zwei Jahren eine 50:50 Variante von Flaschen, die bei 13/20 und solchen, die bei 18/20 Punkten liegen. 07: Tiefdunkles Granat. Delikates Würzbouquet, viel Zedern, ein Hauch schwarzer Beeren, Pflaumen, noble Hölzer, ziemlich zugänglich. Langer, feiner Gaumen, blau bis rotbeerige Noten, die Gerbstoffe fein und doch noch präsent, muskulös, im Finale ein reifer Bananenton, schmeckt so herrlich nach sehr gutem Bordeaux! 09: Im Gupf in Rehetobel. Ich flüsterte dem Sommelier er solle einen 99er Latour dekantieren. Doch irgendwie verstand dieser dann entweder Bahnhof oder Lafite. So kam es, dass wir zuerst diesen Wein tranken. Ich hätte ihn niemals bestellt, denn es waren zu viele negative Erfahrungen voran gegangen. Doch der Wein war fein und süss und auch weich mit einer wunderschönen, ersten Genussreife. (18/20). 11: Magnum. Sehr dunkle Farbe. Bakelitnoten, Trüffel, erstaunlich tiefgründig, Moccatouch, grünwürzige Cabernetspuren und auch mit viel schwarzen Pfeffernoten unterlegt. Kräftige Statur mit noch verlangender, leicht körniger Adstringenz, wirkt irgendwie unlogisch konzentriert für diesen Jahrgang. Eine geniale, extrem junge Magnum. Von diesem Lafite-Jahrgang gab es immer wieder zwiespältige Eindrücke. Das war einer der besten bisher. (18/20). 14: Eine sagenhafte Flasche bei Lucien Schmidlin mit Blick auf Meer hinaus. Edelhölzer, Zimt, Kandiszucker, Caramel, feine Pfefferwürze in der Mitte, immer noch Primäraromen aus dem Innern hergebend. Das war meine bisher beste Flasche von diesem flaschenmässig unterschieldichen Wein. Diese Flasche: 19/20!
18
/20
André Kunz
Duftiges, fruchtiges, samtenes Bouquet, schwarze Kirschen, schwarze Beeren, Dörrfrüchten, Röstaromen, Mocca, Vanille. Samtener, fruchtiger, dichter, cremiger, kräftiger Gaumen mit dichter, süsser Aromatik, gutem Tannin, opulenter Struktur, sehr langer, fruchtiger Abgang mit guten Rückaromen. Kann noch zulegen. 18/20 2014 - 2030
87
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Jean-Marc Quarin
Jean-Marc Quarin
Logo auf dem Korken: die Krone Fehlflasche Fortgeschrittene Farbe. Fruchtige Nase, wenig aromatisch, mit Röstaromen. Am Gaumen entwickelt und matt. Ein bereits müder Wein, der in diesem Zustand hätte getrunken werden sollen. Dieses Verhalten entspricht einer Fehlflasche.


