René Gabriel
88: Arrivage (16/20): Pflaumennase mit konzentriertem Fruchtbouquet. Gesundes, kräftiges Tannin. Bereits ab 1992 bot dieser Wein einen herrlichen Trinkgenuss: Füllig, dicht, weich mit geballtem Charme. Und mit jedem neuen Kontakt bewegte er sich deutlich auf die 17/20 Punktgrenze hin.
96: Reifende Farbe. Im Duft einem Ducru gleichend; Bleistift, Zedern. Im Gaumen leichtgewichtig, sanft metallische Konturen, weit ausladend, gute Länge (17/20).
02: Veronique Sanders schleppte eine Impérialeflasche zu einem Bordeauxabend der Académie du Vin ins Sources de Caudalie: Wunderschön gereift, fein und doch noch die leicht sehnigen, typischen Konturen des Jahrganges 1986 zeigend. Hat allen grosse Freude bereitet. (17/20).
08: Eine Magnum auf Haut-Bailly. Ein schöner, beruhigender Klassiker mit getrockneten Beeren, etwas Zimt und viel Tabak. (17/20).
21: Die relativ helle Farbe überrascht, zeigt einen ziegelroten Schimmer und einen deutlich aufhellenden Rand. Es duftet nach klassischem, erdigem Bordeaux, viel Leder, gar Pferdesattel, Kampfer und frisch gestochenem Torf. Die Frucht ist weg und wurde durch mittelintensive Terroirnoten ersetzt. Was gefällt, sind die Nuancen von Dörrfrüchten, insbesondere Malaga-Rosinen. Ich hatte Angst, dass er einen gerbigen Gaumen zeigen würde, aber dem war nicht so. Die Tannine sind von schönem Malztönen umwoben und zeigen so einen artisanalen Schmelz. Im Finale schmeckt es nach Kräuterlikör und Ratafia. Wer alte Bordeaux mag, der findet daran Gefallen. Ich zum Beispiel. Trotz Reife würde ihn eine gute Stunde lang dekantieren. Diese Flasche: 18/20.