Sancerre, Pouilly-Fumé, Coteaux du Giennois: Seit fast vier Jahrzehnten baut das Haus Pascal Jolivet geduldig eine Kollektion von seltener Kohärenz auf, in der jeder Wein eine präzise Aussage über seinen Herkunftsort trifft. Indigene Hefen, langsame Gärungen, konsequent geführter biologischer Anbau: Allesamt klare Entscheidungen, die jede Flasche zum authentischen Ausdruck eines Terroirs machen.
Präzision und Reinheit, oder die Seele der Loire-Weine
Sancerre: Der Einstieg in die Welt des Weinguts
Eine Verbindung aus Kalkstein, kalkhaltigem Lehm und Feuerstein aus vier Gemeinden – Bué, Verdigny, Saint-Satur und Sainte-Gemme: Jede Parzelle wird mit 100 % indigenen Hefen separat vergoren, bevor eine äußerst präzise Assemblage erfolgt. Das Ergebnis ist ein klarer, straffer Wein mit unverfälschter Mineralität: die Handschrift des Loire-Weinguts.
Die Einzellagen von Sancerre: vier Böden, vier Ausdrucksformen
Les Caillottes, Le Chêne Marchand, Clos du Roy, Le Grand Chemarin: vier Parzellen, vier eigenständige Lesarten des Sancerre-Kalksteins. Separat vinifiziert mit indigenen Hefen und auf der Feinhefe ausgebaut, teilen sie dieselbe Strenge, bringen sich aber jeweils mit ganz eigener Singularität zum Ausdruck. Von der salzigen Schärfe des Grand Chemarin bis zur strukturierten Vornehmheit des Clos du Roy bildet die Einzellagen-Kollektion von Pascal Jolivet eine geologische Lesart der Appellation. Eine Typizität, die jeder Jahrgang ein wenig weiter präzisiert.
Pouilly-Fumé: Von Boisgibault zu den Feuerstein-Hängen von Tracy
Von Boisgibault bis Tracy-sur-Loire bilden Les Terres Blanches und Indigène den Pouilly-Fumé-Bereich der Kollektion, zwei sich ergänzende Ausdrucksformen ein und desselben Loire-Terroirs. Les Terres Blanches, aus kalkhaltigen Lehmböden gewonnen, entfaltet einen ausgeprägten aromatischen Reichtum und einen langen, eleganten Abgang; Indigène, an den Feuerstein-Hängen entstanden, lenkt den Ausdruck ins Fülligere und Salzige, mit neun Monaten Ausbau auf der Feinhefe.
Sauvage und Exception: die beiden Höhepunkte der Kollektion
Seltenheit und Präzision definieren Sauvage und Exception, die beiden Gipfel der Philosophie von Pascal Jolivet. Sauvage, auf den Tonböden und kimmeridgischen Erden von Champtin und Crézancy entstanden, offenbart eine außergewöhnliche Textur und eine anhaltende Salzigkeit, die ihr eine seltene Präsenz am Gaumen verleihen. Exception treibt diesen Ansatz noch weiter: Die Trauben werden bei Sonnenaufgang von Hand gelesen, die natürliche Gärung erfolgt in kegelstumpfförmigen Tanks, der Ausbau dauert ein Jahr auf der Feinhefe. Kostbare und seltene Cuvées mit Lagerpotenzial, geboren aus absoluter Geduld und höchstem Anspruch.
Haus Pascal Jolivet, die Reinheit des Terroirs als Philosophie
Vier Generationen entlang der Loire
Schon vor der Gründung des Handelshauses Jolivet et Fils im Jahr 1926 prägten Louis und Lucien Jolivet als Kellermeister auf Château de Tracy die Weine von Sancerre. Im Jahr 1987 gründete Pascal Jolivet seine eigene Marke und errichtete einen Keller, der ganz der natürlichen Vinifikation mit indigenen Hefen gewidmet ist, und legte damit das Fundament für einen Stil, der sich durchsetzen sollte. Sein Sohn Clément übernahm nach mehreren Jahren in Südafrika die Produktionsleitung und sichert so die Kontinuität einer Vision, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Vom Feuerstein von Pouilly zu den Kalkhängen von Sancerre
Vierundfünfzig Hektar, verteilt auf die besten Terroirs von Sancerre und Pouilly-Fumé: ein Weinberg, der Parzelle für Parzelle aufgebaut wurde, seit dem symbolträchtigen Erwerb des Chêne Marchand im Jahr 1993. Die Böden erzählen hier mehrere geologische Geschichten: kimmeridgischer Kalkstein in Bué, kalkhaltiger Lehm in Champtin, scharfkantiger Feuerstein in Tracy-sur-Loire und Saint-Satur.
Dieser Reichtum an Texturen und Tiefen stärkt die Kohärenz der Kollektion und verleiht ihr zugleich eine bemerkenswerte expressive Bandbreite. Die Reben von Sancerre werden seit 2022 biologisch bewirtschaftet, jene von Pouilly-Fumé seit 2025.
Biologischer Anbau, indigene Hefen, langsame Gärungen: eine Methode im Dienste des Ortes
100 % indigene Hefen, langsame Gärungen, sehr wenig Schwefel, Ausbau auf der Feinhefe: Jede technische Entscheidung zielt darauf ab, den menschlichen Eingriff zu mindern, um den Loire-Boden sprechen zu lassen.